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Wie effektiv ist Multitasking?

Wie effektiv ist Multitasking?

Wenn der Arbeitstag besonders hektisch ist, kann es schon mal passieren, dass man probiert, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen. Viele versuchen sogar ganz bewusst, so viel wie möglich unter einen Hut zu bringen und wundern sich dann, wenn sie an dieser Aufgabe scheitern. Multitasking hört sich einfacher an, als es in Wirklichkeit ist. Es kann sogar gefährlich werden und ein Scheitern ist in der Regel vorprogrammiert. Ist die To-do-Liste mal wieder lang und die zu kurz, dann gibt es Alternativen zum Multitasking, die effektiver sind.

Vielleicht ist Multitasking ja wirklich zeitsparender, wenn es richtig gemanagt wird. Ob Multitasking funktioniert, hat auch etwas mit der Fähigkeit zu tun, sich auf den Punkt genau zu konzentrieren.

Was genau ist Multitasking?

Multitasking ist der Versuch, immer mehrere Tätigkeiten oder Aufgaben zur selben Zeit zu erledigen. Dabei ist das Zeitfenster meist sehr klein, was die Aufgabe umso schwerer macht. Das Wort Multitasking kommt aus dem EDV-Bereich. In der Computertechnik ist von Multitasking die Rede, wenn gleichzeitig unterschiedliche Eingaben sowohl empfangen als auch verarbeitet werden. Das, was für einen Computer kein Problem darstellt, wird für den Menschen schnell zu einer Aufgabe, die er nicht mehr bewältigen kann. Es mehrere Tätigkeiten auf einmal zu erledigen, klingt äußerst praktisch, aber leider ist das menschliche Gehirn für das Multitasking nicht geschaffen.

Ist Multitasking nur eine Illusion?

Nicht alles, was neben der mitläuft, ist auch tatsächlich Multitasking. Nicht umsonst steckt in Multitasking das Wort „Task“, was bedeutet, komplexe Aufgaben zu lösen. Diese Aufgaben erfordern einen gewissen Grad an und die ist nicht immer vorhanden, erst recht nicht, wenn es hektisch und stressig zugeht. Der PC kann ohne Probleme mehrere Dinge zur gleichen Zeit erledigen, das Gehirn ist aus neurologischer Sicht dazu aber nicht in der Lage. Das menschliche Gehirn ist schnell überfordert, was sich schon dann bemerkbar macht, wenn unterschiedliche Eindrücke auf einen Menschen einstürzen. Bis alle diese Eindrücke verarbeitet sind, dauert seine Zeit und daher ist Multitasking in seiner eigentlichen Form unmöglich.

Das Gehirn wechselt bei dem Versuch von Multitasking in Sekundenschnelle zwischen den einzelnen Aufgaben Hin und Her. So etwas wird dann fälschlicherweise als echtes Multitasking verstanden, in Wirklichkeit ist es ein sogenanntes „Task Switching“. Die Idee, die hinter dem Multitasking steht, ist, effizienter und damit produktiver zu arbeiten. Leider bleibt dies eine Illusion. Tatsächlich wächst so der Druck, da die Konzentration immer wieder neu fokussiert werden muss.

Die Nachteile des Multitaskings

Da das Gehirn beim Multitasking immer wieder zwischen mehreren unterschiedlichen Arbeiten Hin und Her springt, sinkt die Konzentration. Wer meint, mit Multitasking Zeit zu sparen, irrt sich, denn das ständige Wechseln zwischen den einzelnen Aufgaben erfordert letztendlich mehr Zeit. Eine der Tätigkeiten muss zwangsläufig unterbrochen und später wieder neu aufgenommen werden. Der dauernde Wechsel ist sehr anstrengend für das Gehirn und es wird eine Menge verbraucht. Diese Energie fehlt anschließend, um sich auf eine neue Aufgabe vollständig zu konzentrieren.

Dazu kommt, dass wichtige Details vergessen werden, weil die Konzentration wieder für eine andere Aufgabe gebraucht wurde. So treten Fehler auf und einige Aufgaben müssen sogar wiederholt werden, was letztendlich noch mehr Zeit und Nerven kostet.

Der Stress nimmt ständig zu

Wer mehrere Aufgaben zur gleichen Zeit erledigen möchte, sollte sich nicht wundern, wenn er ständig unter ist. Am Anfang mag es vielleicht noch eine Art Herausforderung sein, aber wenn die Zeit schließlich immer knapper wird und die Aufgaben noch immer nicht alle getan wurden, steigt die psychische Belastung immer weiter an. Das Gefühl der Überforderung nimmt zu und im gleichen Zeitraum sinkt die Konzentration immer mehr ab. Kurzzeitig können und Gehirn den Stress gut verarbeiten, aber allzu lange Stressphasen sollten vermieden werden.

Die Folgen von zu viel Stress können gravierend sein. Kopfschmerzen und Schlafstörungen, ein viel zu hoher Blutdruck, Verspannungen und wenn es schlimm kommt, drohen Depressionen oder Burn-out.

Die Qualität leidet

Nicht nur die leidet unter Multitasking, auch die Qualität der Arbeit wird deutlich schlechter. Da wie schon erwähnt, sich das Gehirn nur auf eine Aufgabe konzentrieren kann, werden die anderen Arbeiten, die zur gleichen Zeit erledigt werden sollen, nur halbherzig fertig. Dazu kommt noch: Das Gehirn kann sich eine Tätigkeit, die es einfach nebenbei erlernen soll, nicht so gut merken. Wer schon einmal versucht hat, bei laufendem Fernseher zu lernen, weiß, dass so etwas so gut wie unmöglich ist. Wer seinen Fokus nur auf eine einzige Aufgabe legt, wird, was die Qualität der Arbeit angeht, deutlich besser abschneiden.

Forscher der Stanford-Universität in den USA haben im Rahmen einer Studie herausgefunden, wie negativ sich das Medien-Multitasking auf die Konzentrationsfähigkeit auswirken kann. In 60 Minuten durchliefen einhundert Studenten drei unterschiedliche Konzentrationstests. Das Ergebnis ist nicht weiter verwunderlich, denn die regelmäßigen Multitasker haben deutlich schlechter abgeschnitten. Viele hatten sogar enorme Schwierigkeiten, sich auf eine bestimmte Aufgabe zu konzentrieren und ließen sich sehr schnell ablenken.

So gefährlich ist Multitasking im Straßenverkehr

Multitasking wirkt sich negativ auf die Leistungsfähigkeit aus, was im Straßenverkehr sogar tödlich enden kann. Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte sich nur auf den Straßenverkehr und auf nichts Anderes konzentrieren. Wer beispielsweise neben dem Fahren noch eine SMS tippt, ist abgelenkt und es reicht der Bruchteil einer Sekunde, bis es kracht. Viele kennen so etwas vom Warten an der Ampel. Eben noch schnell eine Nachricht auf dem Smartphone lesen, die Ampel springt um und derjenige, der die Nachricht liest, bekommt es nicht mit. Hier ist meistens ein wütendes Hupkonzert die Folge.

Dieses Szenario führt wiederum dazu, dass der Stresspegel ansteigt und die Konzentration um bis zu 40 Prozent abnimmt.

Singletasking statt Multitasking

Singletasking ist in jedem Fall die bessere Wahl, um eine Arbeit präzise zu erledigen und um unnötige Fehler zu vermeiden. Der Fokus liegt, wie der Name es schon verrät, bei nur einer einzigen Aufgabe, und wenn diese erledigt wird, folgt die Nächste. Dies spart letzten Endes eine Menge Zeit und die Qualität der Arbeit leidet nicht darunter. Selbst wenn es manchmal verlockend ist, mehrere Dinge gleichzeitig in Angriff zu nehmen, es lohnt sich nicht. Lieber die Aufgaben nacheinander abarbeiten, als mehrere anfangen und keine der Aufgaben richtig zu Ende bringen.

Bild: @ depositphotos.com / Syda_Productions

Tommy Weber