Whisky – das ganz besondere Lebenswasser

Whisky - das ganz besondere Lebenswasser

Whiskey oder Whisky – die Schreibweise ist schon eine für sich, das selbst erst recht. Bekannt wurde es vor mehr als 400 Jahren, wahrscheinlich ist es aber noch sehr viel älter. Damals im 16. Jahrhundert bekam es aber seinen Namen, der eigentlich „Uisge Beatha“ lautete. Dann wurde das Ganze anglisiert und im Laufe der wurde daraus einfach Whisky. Wer „das des Lebens“, so die Übersetzung aus der gälischen Sprache, erfunden hat, darüber streiten sich heute noch die Gelehrten, aber hauptsächlich die Iren und die Schotten. Jeder beansprucht die Entdeckung des Whiskys für sich.

Kommt der Whisky aus Schottland?

Die Schotten behaupten bis heute, dass ein Mönch vor 500 Jahren den Whisky illegal gebraut und anschließend als verkauft haben soll. Diese „Medizin“ kam bei den Menschen so gut an, dass sie bald selbst Rezepte entwickelten. Als Folge davon verbreitete sich die Kunst der Herstellung schnell im ganzen Land. Wie die berühmten , so wuchsen die Destillerien aus dem Boden, die den Whisky zunächst für den eigenen Bedarf brannten und es gab kaum einen schottischen Clan, der keine eigene Brennerei hatte.

Als die USA von den Briten besiedelt wurden, kam die Kunst der Whisky-Herstellung mit in die Neue Welt. Allerdings fehlte hier ein wichtiger Rohstoff: die Gerste. Die Herstellung musste daher den dortigen Verhältnissen angepasst werden. So entstand der amerikanische Whiskey, der auch als Bourbon bekannt ist.

Die unterschiedlichen Sorten

Neben Schottland, Irland und den USA versuchen sich auch andere Länder an der Kunst, einen guten Whisky zu brennen.

Zu den bekanntesten Sorten gehören jedoch nach wie vor:

  • Der Scotch – der Whisky aus Schottland
  • Der Irish – der irische Whisky
  • Der Bourbon, Corn, Tennessee oder Rye – der amerikanische Whiskey.
  • Der Malt – der ursprüngliche Whisky aus den schottischen Highlands.

Alle diese unterschiedlichen Whisky Sorten werden bis auf wenige Kleinigkeiten nach dem gleichen Verfahren hergestellt. Immer wieder unterschiedlich sind hierbei jedoch die Getreidesorten.

Der bekannteste Whisky ist wohl der Malt-Whisky, der aus dem schottischen Hochland kommt. Er ist zugleich der Edelste unter den Whiskys, der noch heute aus über Torffeuer gedarrtem Gerstenmalz, Hefe und Wasser in sogenannten Brennblasen destilliert wird, die nur für diesen Vorgang hergestellt werden. Wie guter , so muss auch der Malt-Whisky drei Jahre lang in Fässern aus Eichenholz ruhen. Wird der Whisky aus dem Fass in die Flasche gefüllt, dann ist hierdurch die Reifung beendet. Drei Jahre sind allerdings das Minimum, denn wenn ein echter Scotch zwölf Jahre reift, bleibt er auch für diesen Zeitraum im Fass.

Was zeichnet einen guten Whisky aus?

Wer einen Whisky beispielsweise im Whiskymuseum kauft, möchte natürlich nur das Beste. Aber was zeichnet einen guten Whisky eigentlich aus? Diese Frage ist leider nicht so einfach zu beantworten. Sind es vielleicht die goldene Farbe, die Herkunft, das , der Preis oder doch der Geschmack, die viel über einen Whisky aussagen? Beim Whisky gibt es eine Reihe von unterschiedlichen Faktoren, die eine wichtige Rolle spielen. Wer eine Flasche in der Hand hält, kann schon anhand der Informationen auf dem Etikett einiges über den Whisky erfahren.

Was sagt die Farbe über den Whisky aus?

Viele sind der Ansicht, dass ein Whisky, der dunkel bis bernsteinfarben ist, intensiver und komplexer schmeckt als ein heller, blasser Whisky. Dies ist nicht immer der Fall, denn die Farbe entsteht bei der Lagerung. Jede Destillerie hat ihre eigenen Fässer und entsprechend hat auch jeder Whisky eine andere Farbe. Da die überwiegende Zahl der Kunden einen dunklen mehr als einen hellen Whisky schätzt, wird Zuckercouleur in Form von Farbstoff beigemischt. Auf den Geschmack hat so etwas jedoch keinen Einfluss.

Ist alter Whisky die bessere Wahl?

Die Mehrzahl der sogenannten Single Malts wird mit einer Altersangabe auf dem Etikett angeboten. In der Regel beginnt das Alter bei acht Jahren und endet bei 30 Jahren. Wer einen Blick auf die Fasslagerung und auf die Vorgänge während der Lagerung wirft, wird schnell erkennen, dass sich der Geschmack des Whiskys mit zunehmendem Alter verändert. Die Wechselwirkungen mit der Luft und dem Holz des Fasses sorgen immer für neue Aromen, aber gleichzeitig werden bereits aufgebaute Verbindungen wieder abgebaut.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Alkoholstärke mit der Zeit immer weiter abnimmt, der Whisky selbst wird jedoch immer ausgeglichener und milder. Zudem baut sich der typisch rauchige Geschmack auf, der an das Torffeuer erinnert, für den der Whisky von der Islay bekannt ist.

Single Malt oder Blend – was ist besser?

Der klassische Single Malt aus Schottland ist für viele Menschen der Inbegriff des Whiskys. Nach dem Gesetz muss ein solcher Single Malt zu 100 Prozent aus gemälzter Gerste (Malt) sein und darf nur aus einer einzigen Destillerie (Single) stammen. Der Single Malt ist so etwas wie das Markenzeichen einer Brennerei, denn jede Brennerei hat geschmacklich einen ganz eigenen Charakter. Besonders in Schottland sind die Aromen in den unterschiedlichen Regionen immer wieder anders. Wer etwa einen eher milden und leicht fruchtigen Whisky bevorzugt, sollte einen Single Malt aus der Region Speyside probieren.

Bei einem Blend Whisky sieht dies etwas anders aus. Hier darf der Whisky aus mehreren Brennereien stammen und aus mehreren Getreidesorten bestehen. Die Sorten aus den unterschiedlichen Regionen werden für den Blend miteinander vermischt. Hier gilt: Je höher der Anteil an Gerste ist, umso besser und hochwertiger ist der Blend. Diese Whiskys sind günstiger als die Single Malts, aber sie müssen qualitativ nicht schlechter sein.

Ist schottischer Whisky der beste Whisky?

Schottland ist für seinen Whisky weltberühmt und seine vielen unterschiedlichen Aromen machen ihn so reizvoll. Die Abfüllungen sind, was die angeht, auf einem sehr hohen Niveau, was jedoch in den USA und in Irland ebenfalls so ist. Daher muss ein Scotch nicht unbedingt der beste Whisky sein.

Nicht immer kommt es auf die Herkunft oder auf die Farbe, sondern vielmehr auf den persönlichen Geschmack an. Nur wenn ein Whisky beim Geschmack wirklich überzeugen kann, wird er sehr wahrscheinlich auch der Lieblingswhisky werden. Keine Rolle spielt dabei, ob es ein Whisky aus Schottland, aus Irland, aus den USA, aus Kanada, aus Japan oder vielleicht sogar aus Deutschland ist. Eine allgemeingültige Formel für einen guten oder einen weniger guten Whisky gibt es leider nicht.

Bild: @ depositphotos.com / 5PH

Tommy Weber