Waschmittel selbst herstellen – was ist dabei zu beachten?

Waschmittel selbst herstellen - was ist dabei zu beachten?

Waschmittel selber zu machen, ist ein Trend, der nicht nur für die , sondern auch gut für die und die Umwelt ist. Zugleich können vor allem Familien, wo viel Wäsche anfällt, eine Menge sparen. Viele stellen ihr Waschmittel aber auch selbst her, weil sie die Tenside, die vielfach auf Erdöl-Basis hergestellt werden, sowie die künstlichen Duftstoffe nicht mehr vertragen. Viele Waschmittel enthalten dazu noch Mikroplastik und Konservierungsmittel, die weder für die Umwelt noch für Gesundheit zu empfehlen sind.

Alle, die ihr Waschmittel selber herstellen, können ganz gezielt darauf achten, welche Inhaltsstoffe verwendet werden. Für Menschen, die unter Allergien oder Hautkrankheiten wie etwa Neurodermitis leiden, ist selbst hergestelltes Waschmittel eine sehr gute Lösung.

So einfach ist es, flüssiges Waschmittel selbst herzustellen

Im Handel gibt es viele unterschiedliche Waschmittel, die sich den individuellen Vorlieben der jeweiligen Textilien anpassen. Für das selbst gemachte Waschmittel gibt es ebenfalls verschiedene Rezepte, allerdings haben alle Waschmittel drei einfache Grundzutaten:

  • 40 Gramm Kernseife
  • Vier Esslöffel Waschsoda
  • Drei Liter
  • Fünf Tropfen ätherisches

Im ersten Arbeitsschritt wird die Kernseife mit einer Raspel sehr fein gehobelt und mit dem Waschsoda vermischt. Über diese Mischung wird ein Liter kochendes Wasser gegeben und alles gut durchgerührt. Eine Stunde abkühlen lassen und die Masse dann mit einem weiteren Liter kochenden Wasser verdünnen. Nun wieder gründlich durchrühren und abkühlen lassen, anschließend den letzten Liter kochendes Wasser dazu gießen, erneut gründlich durchrühren und abkühlen lassen. Im letzten Arbeitsschritt das ätherische Öl dazugeben und das erkaltete Waschmittel in ein entsprechendes Behältnis füllen.

Welche Alternativen gibt es?

Wer ein besonders haut- und umweltfreundliches Waschmittel selber herstellen möchte, benötigt dazu:

  • 100 Gramm Kernseife
  • 150 Gramm Waschsoda
  • 150 Gramm Natron
  • Ätherisches Öl

Die Kernseife wird wieder sehr fein geraspelt und anschließend mit dem Waschsoda sowie dem Natron vermischt. Dieses Waschpulver muss in luftdichten Behältern aufbewahrt werden. Je nachdem, wie stark die Wäsche verschmutzt ist, ein bis zwei Esslöffel wie gewohnt in das Waschmittelfach einfüllen. Soll die Wäsche duften, noch das ätherische Öl dazugeben.

Mit Kastanien waschen

Kastanien, wie sie im zu finden sind, eignen sich ebenfalls als Alternative zum industriell hergestellten Waschmittel. Sie bieten eine besonders umweltfreundliche Art, die Wäsche zu waschen, denn Kastanien enthalten sogenannte Saponine, die eine säubernde Wirkung haben. Um dieses ungewöhnliche Waschmittel herzustellen, zehn Kastanien waschen und klein hacken. Die zerkleinerten Kastanien anschließend für mehrere Stunden in ein Glas mit Wasser geben, und zwar so lange, bis eine milchige Flüssigkeit entstanden ist. Danach die Flüssigkeit abgießen und wie ein flüssiges Waschmittel in das entsprechende Fach der Waschmaschine geben.

Für eine helle Wäsche müssen die Schalen der Kastanien vorher entfernt werden, um Verfärbungen zu vermeiden. Der Nachteil bei diesem Waschmittel aus Kastanien ist, dass man es nicht lagern kann, es muss für jeden Waschgang neu hergestellt werden.

Waschmittel für empfindliche Wäsche

Empfindliches Gewebe wie Wolle oder Seide braucht ein ganz besonderes Waschmittel. Das Waschsoda, was in den anderen selbst herstellten Waschmitteln gebraucht wird, würde die feinen Fasern angreifen. Hier gibt es ein Rezept, was ohne Waschsoda funktioniert und dabei sanft zum Gewebe ist.

Für dieses Feinwaschmittel werden folgende Zutaten benötigt:

  • 50 Gramm Kernseife
  • 250 Milliliter Wasser
  • 100 Milliliter Ethanol
  • Ätherisches Öl

Die Kernseife wieder fein reiben und in einen Topf mit dem Wasser geben. Das Ganze gut verrühren, zum Kochen bringen und anschließend abkühlen lassen. Das Ethanol und das ätherische Öl in die abgekühlte Masse geben und noch einmal gut verrühren. Wird das Waschmittel in ein gut verschließbares Gefäß gefüllt, hält es sich ohne Probleme mehrere Wochen. Dass sich die Kernseife mit der am Boden absetzt, ist nicht schlimm, hier hilft es, das Waschmittel einmal gut zu schütteln.

Die Nachteile des selbst gemachten Waschmittels

Die größte Schwachstelle bei selbst gemachten Waschmitteln ist, dass nicht alle Flecken nach dem Waschen entfernt wurden. Herkömmliche Waschmittel, wie sie im Handel angeboten werden, enthalten in der Regel Tenside. Diese haben die chemische Eigenschaft, selbst schwierige Flecken wie beispielsweise Blut zu entfernen. Tenside sind allerdings schädlich für die Umwelt, wenn sie im Abwasser landen. Dazu kommt, dass Tenside bei vielen Menschen allergische Reaktionen auslösen. Selbst herstellte Waschmittel enthalten keine Tenside, sind jedoch für viele Flecken nicht effektiv genug.

Ein weiterer Nachteil des selber gemachten Waschmittels sind die Seifenreste, die in der Trommel der Waschmaschine zurückbleiben. Falls das Wasser hart ist und besonders viel Kalk enthält, dann entstehen mit der Zeit Ablagerungen, die einen grauen Schleier auf der Wäsche hinterlassen. Wer anstelle von Weichspüler regelmäßig Haushaltsessig in die Maschine gibt, kann dieses Problem umgehen. Der löst die Seifen- und Kalkreste von der Wäsche und entfernt sie zugleich aus der Waschmaschine. Zu oft darf der Essig aber nicht verwendet werden, denn er greift die Gummidichtungen der Waschmaschine an.

Die Flecken vorbehandeln

Damit die Wäsche mit dem selbst gemachten Waschmittel wirklich sauber wird, ist es eine gute Idee, besonders schwierige Flecken vorzubehandeln. So lassen sich Fettflecken mit Alkohol entfernen und bei Schweißflecken ist eine Mischung aus Wasser und Natron gut geeignet. Frisches Blut sollte mit kaltem Wasser entfernt werden, ist das Blut eingetrocknet, dann hilft das Einweichen in Salzwasser. Eine Lauge aus Backpulver und Wasser entfernt Flecken, die durch Kaffee entstehen. Immer wieder ein Problem stellen Rotweinflecken dar, die sich jedoch mit Salz und Zitronensaft sicher entfernen lassen.

Vorbeugung gegen Ablagerungen

Häufig werden selbst gemachte Waschmittel kritisiert, da sie mit der Zeit in den Waschmaschinen für Ablagerungen sorgen. So etwas kann allerdings auch bei herkömmlichen Waschpulvern oder flüssigen Waschmitteln passieren. Besonders häufig kommt es zu Ablagerungen, wenn das Wasser viel Kalk enthält und deshalb auch zu hart ist. Eine gute Entscheidung ist es, weißen Haushaltsessig in das Fach zu geben, was für den Weichspüler gedacht ist. Der Essig desinfiziert zum einen das Wasser und löst zum anderen die Ablagerungen, die durch Kalk entstehen. Zudem ist der Essig eine sehr gute Alternative zum gekauften Weichspüler.

Hilfreich ist es in jedem Fall, die Waschmaschine in regelmäßigen Abständen zu reinigen, und zwar das Waschmittelfach, die Gummidichtung in der Tür, die Trommel und das Flusensieb. Wichtig ist es außerdem, das Waschmittelfach und die Tür offen zu lassen, damit sich kein Schimmel bildet.

Bild: @ depositphotos.com / Luoxi

Tommy Weber