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Was hilft bei Nasenbluten und was nicht?

Was hilft bei Nasenbluten und was nicht?

Nur einmal zu kräftig ins Taschentuch geschnäuzt und schon beginnt die , zu bluten. Den meisten Menschen ist es unangenehm, wenn sich ein rotes Rinnsal aus der Nase in Richtung der Oberlippe bewegt. Sie versuchen verzweifelt, das Rinnsal zu stoppen, vielfach ohne Erfolg. Ratschläge, wie das Nasenbluten zum Stillstand gebracht wird, gibt es viele, aber nicht alle helfen tatsächlich. Die gute Nachricht ist jedoch, dass Nasenbluten in vielen Fällen harmlos ist, nur selten steckt eine ernste Erkrankung dahinter.

Warum blutet die Nase überhaupt?

Epistaxis nennt der das Nasenbluten, was sowohl beide Nasenlöcher als auch nur ein Nasenloch betreffen kann. Im ersten Moment ist bei den Betroffenen der Schreck groß, denn wenn Blut auf die , den Tisch oder den Boden tropft, wirkt es immer gefährlich. Dass die Nase blutet, muss jedoch keinen schwerwiegenden Hintergrund haben. Die Nasenschleimhaut wird besonders kräftig durchblutet, sie ist sehr empfindlich und kann schnell reißen, vor allem, wenn sie gereizt und zu trocken ist. So etwas ist in der kalten Jahreszeit häufig der Fall, entweder durch die trockene Heizungsluft in den Räumen oder bedingt durch eine .

Im vorderen Teil der Nase treffen viele kleine Blutgefäße aufeinander und genau dort blutet die Nase daher besonders oft. Wenn dies passiert, ist es kein Grund, sich Sorgen zu machen, denn Nasenbluten wird erst gefährlich, wenn die Blutung im hinteren Teil der Nase beginnt. Wenn dies der Fall ist oder wenn sich die Blutung selbst nach 20 Minuten nicht stoppen lässt, muss ein Arzt so schnell wie möglich die Ursache abklären.

Welche Ursachen sind möglich?

Fängt die Nase an, zu bluten, dann sind viele unterschiedliche Ursachen dafür verantwortlich. Harmlos sind in der Regel die sogenannten lokalen Ursachen, genauer gesagt: Der Grund für die Blutung ist die Nase selbst. Neben den lokalen gibt es noch die systemischen Ursachen, etwa dass die Blutung eine organische Ursache hat, beispielsweise als Nebenwirkung eines ganz bestimmten Medikaments. Systemisches Nasenbluten kann außerdem ein Anzeichen für eine Erkrankung sein.

Wer noch nie mit Nasenbluten zu tun hatte und dann häufiger aus der Nase blutet, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abzuklären.

Lokales Nasenbluten kommt häufig vor. Zu kräftig geschnäuzt oder in der Nase gebohrt und schon wird die empfindliche Schleimhaut in der Nase beschädigt. Bei einem grippalen Infekt ist Nasenbluten nichts Ungewöhnliches, hier kann es sogar im auftreten. Besonders häufig blutet die Nase, wenn die Schleimhaut im Vorfeld schon gereizt oder geschädigt. Zugleich wird damit erklärt, warum sie in trockener Luft plötzlich anfängt, zu bluten, denn je trockener die Luft in einem Raum ist, umso anfälliger ist die Nase für eine Blutung. Eine Allergie wäre ein weiterer Grund, warum die Nase anfängt zu bluten.

Die systemischen Ursachen

Nasenbluten kann ein Symptom für eine sein, besonders wenn die Nase ohne Grund plötzlich anfängt, zu bluten. Eine Erkrankung der Nieren kann dabei ebenso wenig ausgeschlossen werden wie der Beginn einer Grippe, den Masern oder einer anderen Infektionskrankheit. Nasenbluten ist ein häufiger Begleiter bei einer Leukämieerkrankung. Menschen, die unter Blutkrebs leiden, haben, bedingt durch die Krankheit, zu wenig Blutplättchen. In eher seltenen Fällen steckt noch ein Tumor dahinter, wenn die Nase zu bluten anfängt.

Relativ häufig haben Menschen mit einem zu hohen Blutdruck Probleme mit Nasenbluten. Der zu hohe Druck belastet die empfindlichen Blutgefäße, sie platzen und die Nase blutet. Hier tritt das Nasenbluten oft zusammen mit Kopfschmerzen auf. Eisenmangel ist ebenfalls ein Grund, warum es zu Nasenbluten kommt, auch blutverdünnende Medikamente kommen nicht selten als Auslöser infrage.

Wie lässt sich Nasenbluten stoppen?

Die Menschen legen reflexartig den in den Nacken, wenn die Nase anfängt, zu bluten. Leider ist diese Reaktion völlig falsch, denn so läuft das Blut direkt in den Magen und verursacht Übelkeit und Erbrechen. Sich hinzulegen, ist ebenfalls keine so gute Idee, denn auf diese Weise kann das Blut in die Atemwege gelangen. Besser ist es, den Kopf nach vorne hängen zu lassen und sich gerade hinzusetzen, so wird der Blutdruck im Kopf verringert. Wer sich hinlegen möchte, weil ihm vielleicht schwindelig wird, sollte den Kopf hochlagern. Als erste Hilfsmaßnahme sind hier eine kalte Kompresse oder ein nasses Handtuch eine gute Wahl, die in den Nacken gelegt werden. Die Kälte zieht die Blutgefäße wieder zusammen und die Blutung ist gestoppt.

Helfen kann es außerdem, die Nasenflügel für einige Minuten fest zusammenzudrücken, um den Blutfluss zu stillen. Oftmals werden die Nasenlöcher bei einem meist harmlosen Bluten der vorderen Nase durch Blutklumpen verstopft. Sie sollten aber nicht mit dem Finger entfernt werden, weil dies eine erneute Blutung zur Folge haben kann. Hier ist es besser, sie mit einem feuchten Tuch vorsichtig zu entfernen.

Gibt es auch Hausmittel, die helfen?

Besonders bei Nasenbluten gibt es eine Reihe von Hausmitteln, die dabei helfen, die Blutung wieder zu stoppen. Eine halbe Zwiebel, die unter die Nase gehalten wird, soll dank ihrer ätherischen Öle die Blutung stoppen. Die gleiche Wirkung hat ein in Essig oder Zitronensaft getränkter Wattebausch. Die Säure soll bewirken, dass sich das Gewebe zusammenzieht und die Blutung aufhört. Viele schwören zudem auf ein kurzes Fußbad in kühlem Wasser, was ebenfalls dabei helfen soll, die Blutgefäße zu schließen.

Einen Schlüssel in den Nacken zu legen, bringt überhaupt nichts, wer damit versucht, die Blutung zu stoppen, wird keinen Erfolg haben.

Wann ist ein Arztbesuch notwendig?

Alle, die unter häufigem oder ganz plötzlich auftretendem Nasenbluten leiden, sollten die Ursache von einem Arzt klären lassen. Wenn klar ist, wo die Blutung auftritt, ist es möglich, die Gefäße mit der Hilfe eines Lasers oder einer Säureätzung zu veröden. Wenn der Arzt die Ursache nicht erkennen kann, hilft in der Regel nur eine Tamponade, um die Blutung zum Stillstand zu bringen. Hierzu verwenden Ärzte einen mit Salbe getränkten Streifen Verbandsmull oder eine Tamponade aus Schaumstoff. Diese Tamponade kommt immer in beide Nasenlöcher, selbst wenn nur ein Nasenloch betroffen ist.

Eine starke Blutung, die sich nicht stillen lässt, wird in den meisten Fällen operativ versorgt. Hier verwendet der Arzt einen Clip, der das Gefäß verschließt. So etwas ist aber nur notwendig, wenn der Patient durch das Nasenbluten zu viel Blut verliert.

Bild: @ depositphotos.com / AndreyPopov

Tommy Weber