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Warum gute Manieren immer noch zeitgemäß sind

Warum gute Manieren immer noch zeitgemäß sind

Es muss schon immer Menschen mit schlechten und Manieren gegeben haben, sonst hätte sich Adolph Franz Friedrich Ludwig, Freiherr von nicht hingesetzt und eine Art Ratgeber des guten Benehmens geschrieben. Seine Schrift „Über den Umgang mit Menschen“ ist auch heute noch gültig und der Name Knigge steht für gutes Benehmen in der Gesellschaft. Sind gute Manieren heute noch im Trend und was ist eigentlich ?

Gute Umgangsformen kommen wohl nie ganz aus der Mode, allein schon deshalb nicht, weil niemand in das berühmte Fettnäpfchen treten will. Im Umgang miteinander sollten einige Regeln beachtet werden, denn sie machen es einfacher, sich im Alltag richtig zu verhalten.

Gibt es heute noch eine Etikette?

Als Etikette wird die Gesamtheit der guten Umgangsformen bezeichnet, die dabei helfen, sich in alltäglichen Situation gut zu benehmen. Übersetzt heißt das Wort Etikette übrigens „Zettel mit Aufschrift“ und stammt aus der , als Frankreich noch einen König hatte. Am Hofe des Königs im Schloss Versailles lief alles nach bestimmten Vorschriften ab und es wurde nichts dem Zufall überlassen. Damit die Regeln auch eingehalten wurden, mussten sie für alle, die am Hofe lebten, jederzeit sichtbar sein. Es wurden also kleine Zettel, die sogenannten Etiketten, überall ausgehängt, um bei Hofe für die nötige Ordnung zu sorgen.

Etikette, wie zur Zeit der französischen Könige ist heute kein Thema mehr, wohl aber sind gute Umgangsformen und gute Manieren gefragt. In seinem Standardwerk beschäftigte sich der Freiherr von Knigge mit diesem Thema, was so viele verschiedene Facetten hat. Was er 1788 geschrieben hat, ist auch heute noch modern.

Für ein harmonisches Miteinander

Geht es um gutes oder weniger gutes Benehmen, dann sind die Knigge-Regeln nach wie vor aktuell, obwohl das, was der Freiherr einst geschrieben hat, sich vielfach in der heutigen Zeit nicht mehr umsetzen lässt. So gibt es bei Knigge keine konkreten Ratschläge oder Vorschriften, was die oder die Manieren bei Tisch angeht.

Der Freiherr von Knigge strebte eigentlich ein friedliches und harmonisches Miteinander an, was den Menschen zu einem glücklichen Leben verhelfen sollte. Er verfasste eine Art Ratgeber mit vielen persönlichen Erfahrungen und gab Empfehlungen zum Umgang mit seinen Mitmenschen. Dabei orientierte sich Knigge zugleich an den verschiedenen Charakterzügen, den Ansichten und den Neigungen, die er im Freundes- und Bekanntenkreis beobachten konnte.

Was ist der Unterschied zwischen Höflichkeit und Etikette?

Etikette und sind nicht miteinander zu vergleichen. Handelt es sich um Etikette, dann richtet sich alles nach Rangfolgen und strikten Regeln, die eingehalten werden müssen. Die Etikette bestimmt beispielsweise, wie ein Gespräch stattfinden soll und wer wen zuerst zu begrüßen hat. Läuft ein Gespräch streng nach Etikette ab, dann werden persönliche Empfindungen als störend empfunden und finden deshalb auch keine Beachtung. Bei Differenzen und Meinungsverschiedenheiten kann Etikette jedoch durchaus hilfreich sein, damit das Ganze nicht in einen Streit ausartet.

Selbst in der heutigen Zeit, in der vieles lässig und cool gehandhabt wird, kann Höflichkeit nicht schaden. Es macht das Gespräch angenehmer, vor allem, weil es keine festen Vorgaben gibt. Jeder handelt intuitiv, bleibt dabei aber freundlich, stets respektvoll und nimmt auf den Gesprächspartner. Es sind die kleinen Floskeln wie „Danke“ und „Bitte“, die sehr viel bewirken können und für Sympathie sorgen. Wer höflich ist, zeigt seinem Gegenüber immer Respekt und schafft so auch Vertrauen.

Knigge für den Alltag

Jemand, der sich mit guten Umgangsformen auskennt, hinterlässt immer einen guten Eindruck. Die Schrift des Freiherrn von Knigge umfasst eine Vielzahl von einfachen Benimmregeln, die aber eine große Wirkung haben. Sicher sind einige seiner Regeln in der heutigen Zeit überholt und wurden deshalb umgeschrieben, andere Regeln wiederum sind immer noch gültig. So wird etwa die Dame immer zuerst begrüßt und sie geht beim Besuch eines Restaurants immer als Erste durch die Tür. Der Begleiterin die Türe aufzuhalten, hinterlässt ebenfalls immer einen guten Eindruck.

Etwas anders sieht aus, wenn es sich eine ältere Person in einer Gruppe befindet, die zuerst begrüßt werden sollte. Im Berufsleben wird der in der Rangfolge höherstehende ebenfalls als Erster begrüßt. Die Sekretärin wird also immer erst nach dem Chef begrüßt, selbst wenn das vielleicht unhöflich klingt.

Sie oder Du?

In der deutschen Sprache gibt es die Möglichkeit, jemanden zu siezen oder zu duzen. So etwas gibt es in anderen Sprachen auch, aber nur in der deutschen Sprache gibt es klare Abgrenzungen und nicht nur eine besondere Betonung. Ein zu schnelles Duzen kann sich im Arbeitsleben als klassischer Fehler erweisen. Es ist also immer besser, zu warten, bis der Ranghöhere das Du anbietet. Solange dies nicht der Fall ist, sollte man beim förmlichen Sie bleiben. Unter den Kollegen gibt es keine feste Regelung, hier ist es eine gute Idee, sich den allgemeinen Gepflogenheiten anzupassen.

Das Siezen schafft eine gewisse Distanz, die jedoch etwas kleiner wird, wenn der Kollege zwar gesiezt, aber mit seinem Vornamen abgesprochen wird. Im privaten Bereich sollte immer der Ältere das Du anbieten, aber vorher genau überlegen, ob dieser Schritt der Richtige ist. Ihn zurückzunehmen, ist deutlich schwieriger, als das Du anzubieten.

Pünktlich sein heißt höflich sein

„Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige“, so lautet ein Sprichwort, was im übertragenen Sinn noch heute Gültigkeit hat. Jeder, der zu spät kommt, ganz gleich, ob im Berufs- oder im Privatleben, fällt negativ auf und hinterlässt außerdem einen schlechten Eindruck. Auf einen Menschen, der zu spät kommt, ist kein Verlass und Unpünktlichkeit wird als mangelnder Respekt angesehen. Wer eine Verabredung hat, sollte immer einen zeitlichen Puffer einbauen und lieber etwas früher als zu spät erscheinen. Zu spät kommen ist im Zeitalter der Smartphones und der zahlreichen Messenger-Dienste auch gar nicht mehr nötig, einfach anrufen oder tippen, dass es später wird, reicht vollkommen aus.

So viele Regeln

Wer sich an alles halten will, was der Freiherr von Knigge aufgeschrieben hat, muss sich viele verschiedene Regeln merken. Allein die Regeln bei Tisch sind schon eine echte Mammutaufgabe. Höflich ist es beispielsweise, Abstand zu seinen Mitmenschen zu halten, was in den Bussen und Bahnen der heutigen Zeit kaum noch möglich ist. Besuche hingegen sollten jedoch selbst heute noch angekündigt werden, denn kein guter Gastgeber möchte von seinen Gästen einfach überrumpelt werden.

Bild: @ depositphotos.com / luckybusiness

Tommy Weber