Die Gasheizung austauschen – lohnt sich das jetzt noch?

Die Gaskrise hat Deutschland mittlerweile fest im Griff. Die Kosten steigen stetig an und Gas wird angeblich immer weniger. Umso schlimmer ist es, dass in Millionen von Gebäuden mit Gas geheizt wird. Sehr viele Hausbesitzer stellen sich daher die Frage: Soll ich meine Gasheizung austauschen oder doch besser noch abwarten, wie sich die Gaskrise weiter entwickelt? Die Eigentümer in Deutschland sind zu recht verunsichert, denn keiner weiß, wie sich die Gaspreise entwickeln werden und ob der Rohstoff aufgrund des Krieges in der Ukraine noch knapper wird.

Soll man also die Gasheizung austauschen oder reicht vielleicht doch eine Modernisierung aus, um die Krise zu überstehen?

Ein sehr sensibles Thema

In der Politik ist nicht von einer Gaskrise, sondern von einer „Gasmangellage“ die Rede. Für die Bevölkerung bedeutet das aber das Gleiche: Sie reagiert sehr sensibel auf das Thema und viele planen einen Austausch der Gasheizung noch vor dem Winter. Experten haben schon vor der Gaskrise dazu geraten, veraltete Gasheizungen entweder zu modernisieren oder eine neue Anlage anzuschaffen. Die Klimaziele der Regierung sind sehr ambitioniert und im Bereich der Gebäude bedeutet es, dass 120 Millionen Tonnen CO2 auf 67 Millionen Tonnen bis zum Jahr 2030 reduziert werden müssen. Die Gasheizung austauschen wäre ein guter Schritt, etwas für das Klima zu tun.

In Deutschland sind 14 Millionen Zentralheizungen in Betrieb, die mit Gas laufen. Die Hälfte dieser Heizungen ist technisch veraltet und genau dort liegen große Energieeinsparpotenziale. Aus diesem Grund sollten Hausbesitzer immer darauf achten, dass die Heizung effizient arbeitet. Die Gasheizung austauschen ist nur eine Option, die Einbindung einer Solarthermie eine andere Möglichkeit. Bei einer Heizung, die zehn Jahre alt ist, gibt es erhebliche Einsparungsmöglichkeiten.

Welche Rolle spielt die Wärmepumpe?

Das der Politik ist es, die Klimaziele auch durch die Umrüstung auf eine Wärmepumpe zu erzielen. Der Fokus liegt sehr klar auf dieser Alternative, die bei der sogenannten Wärmewende eine immer größere Rolle spielt. Bei den Neubauten ist sie schon heute der ganz klare Marktführer. In älteren Gebäuden hingegen kommt es zum einen auf die energetische des jeweiligen Hauses und zum anderen auf die Art der Heizkörper an. Wärmepumpen gelten als sehr wirtschaftlich, sofern das Gebäude bereits eine bestimmte energetische Qualität aufweist, beispielsweise, wenn es eine Fußbodenheizung gibt. In diesem Fall hat eine Wärmepumpe mit einer niedrigen Vorlauftemperatur viele Vorteile.

Die Hersteller arbeiten bereits an Wärmepumpen mit höherer Vorlauftemperatur. Damit wird es möglich, auch mit klassischen Heizkörpern eine immer angenehme Raumtemperatur zu erreichen.

Wie effektiv ist die Wasserstoffheizung?

Die Gasheizung austauschen und stattdessen eine Wasserstoffheizung einbauen – auch das gilt als Möglichkeit in der aktuellen Gaskrise. In vielen Fällen müssen die Hausbesitzer nicht die Gasheizung austauschen, hier kann sogar eine Modernisierung ausreichen. Bei den modernen Anlagen gibt es zudem die Möglichkeit einer zusätzlichen Energieeinsparung durch die sogenannte Hybridisierung der bereits bestehenden Gasheizung. So etwas kann mit einer Heizungs- oder Warmwasserwärmepumpe sowie einer Solarthermieanlage geschehen. Möglich wären neben Heizsystemen, die auf Holz basieren, noch KWK-Anlagen und eine Wohnungslüftung mit einer Wärmerückgewinnung.

Die Gasheizung austauschen – welche Fördermittel gibt es?

Wer seine Gasheizung austauschen oder nur modernisieren möchte, darf auf Fördermittel vom Staat rechnen. So gibt es beispielsweise die Bundesförderung für effiziente Gebäude, kurz BEG. Bei den Heizungsanlagen werden verschiedene Modelle finanziell unterstützt. Hauseigentümer, die sich für eine Wärmepumpe entscheiden, können mit einem Höchstsatz von 45 Prozent rechnen. Ganz ähnlich sieht es bei den EE-Hybridheizungen aus. Diese Gas-Hybridheizungen werden mit bis zu 40 Prozent der Anschaffungskosten bezuschusst. Wird eine Solarthermieanlage eingebaut, dann sind es immerhin noch 30 Prozent.

Jede zweite Heizung hat Einsparpotenzial

Beim Handlungsspielraum hängt es auch immer stark davon ab, ob es sich um einen Mieter oder um einen Vermieter handelt. In Mehrfamilienhäusern ist es immer sinnvoll, das Heizsystem zu überprüfen, und wenn es notwendig ist, auf den neusten Stand der zu bringen. Eine Gasetagenheizung ist in diesen Fällen eine gute Option, möglich wäre aber auch eine moderne Zentralheizung. Wer die Kosten für die Anschaffung nicht scheut, sollte sich für ein Blockheizkraftwerk entscheiden. Bei allen Überlegungen sollte immer im Vordergrund stehen: Mit welchem Heizsystem am besten CO2 eingespart werden kann. Aktuell ist das bei jeder zweiten Heizung in Deutschland der Fall.

Werden Gasheizungen generell verboten?

Viele Hauseigentümer fragen sich besorgt, ob es tatsächlich stimmt, dass Gasheizungen in Deutschland grundsätzlich verboten werden. Nach dem aktuellen Gebäudeenergiegesetz, GEG, dürfen ab 2024 keine neuen Gasheizungen mehr in Gebäude eingebaut werden. Genauer gesagt: Alle Gasheizungen, die vor dem 1. Januar 1991 eingebaut oder aufgestellt wurden, dürfen nicht mehr weiterlaufen. Für Gasheizungen, die ab dem 1. Januar 1991 verbaut wurden, gilt noch eine sogenannte Austauschpflicht nach dem Ablauf von 30 Jahren nach dem Einbau der Heizung. Aber es gibt auch Ausnahmen, beispielsweise bei den Brennwert- und Niedertemperatur-Kesseln. Welcher im genutzt wird, weiß der jeweilige Bezirksschornsteinfeger.

Kommt das schnelle Aus für die Gasheizung?

So schnell geht es nicht, denn für das GEG wird gerade eine Novelle erarbeitet und es gibt eine Reihe von Ausnahmen. Von einem kompletten Verbot der Gasheizungen ist mit Blick auf die Planung von 2024 vorerst nicht die Rede. So wie es jetzt aussieht, wird es aber Optionen für die Hybridanlagen geben. Die Kombinationen mit einer Solarthermie oder der Mix aus einem Gas-Brennwertgerät und einer Wärmepumpe sind hier möglich.

Lohnt sich ein Tausch noch vor dem Winter?

Die Gasheizung austauschen, obwohl der Winter schon vor der Tür steht – lohnt sich so etwas? Hausbesitzer, die jetzt darüber nachdenken, sollten sich vorher auf jeden Fall mit einem Energieberater, einem SHK-Installateur oder mit dem Schornsteinfeger unterhalten. Der Fachmann kann genau sagen, ob sich vielleicht eine Modernisierung noch lohnt oder ob der Einbau einer neuen Heizung sinnvoller ist. Im Fokus sollten zudem die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sowie die Planung des Hauseigentümers stehen. Vor allem bei Häusern, die selbst genutzt werden, spielt so etwas eine wichtige Rolle.

Fazit

Welche Anlage die Richtige ist, ist von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig. Vielleicht kommt sogar eine moderne, wasserstofffähige Brennstoffheizung mit Einbindung einer Solarthermie oder einer Wärmepumpe infrage. Eine allgemeine Lösung zu diesem Thema gibt es leider nicht. Deshalb ist es eine gute Idee, sich fachkundig beraten zu lassen.

Bild: @ depositphotos.com / Nadianb

Die Gasheizung austauschen – lohnt sich das jetzt noch?
Tommy Weber