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Der Start des eigenen Blogs: WordPress MU vs. WordPress

Eigentlich könnte es ja so einfach sein: Man entschließt sich (mit WordPress) zu bloggen, installiert WordPress auf dem eigenen Webspace und legt los. Zahlreiche Foren und Blogs unterstützen einen dann dabei, das richtige Theme oder die passende Erweiterung zu installieren.

Ich möchte aber einen Schritt vorher ansetzen: Bei der strategischen Frage nach der Auswahl des Systems. „Was soll ich denn mit WordPress MU anfangen?“ fragt sich da der eine oder andere. Schließlich ist Wordpres MU ja die Multiuser-Version von WordPress, wie sie z.B. auch auf WordPress.com eingesetzt wird. Leicht lassen sich damit eigene Blogs in der Form subdomain.eigene-domain.tld anlegen. Wer die Registrierung freigibt, kann sogar ein eigenes Blognetzwerk schaffen.

Wann ist WPMU als Plattform interessant?

Doch wieso sollte man als „normaler“ Blogger auf WPMU zurückgreifen? Da ich mich gerade beruflich etwas mit WPMU beschäftige, stieß ich in den diversen Foren auf einen interessanten Ansatz: Da wird WPMU (in Verbindung mit einigen Erweiterungen) genutzt, um bei mehreren eigenen Blogs den Wartungsaufwand zu minimieren. Plant man also in absehbarer Zeit mindestens ein weiteres Blog zu starten, kann man mit WordPress MU sich eine Menge Zeit und Arbeit ersparen. Aber auch für kleinere Unternehmen oder Selbstständige, die einigen Kunden ein Blog aufsetzen wollen, kann sich der Einsatz hier lohnen.

Vorteile beim Einsatz von WPMU

Der offensichtlichste Vorteil beim Einsatz einer Multiuser-Umgebung ist, dass man sich die Zeit für zusätzliche Installationen spart. Datenbank anlegen, Source hochladen und die Installationsroutine zu durchlaufen werden also überflüssig. Für erfahrene Benutzer spielen diese Arbeitsschritte aber kaum eine Rolle, in maximal fünf Minuten hat man das abgehakt.

Interessanter wird es da schon beim Updaten: Erscheint eine neue WordPress-Version, ein Security-Fix oder eine neue Version einer eingesetzten Erweiterung geht es los: Sämtliche Blogs müssen geupdatet werden. Ganz aktuell ist natürlich das Beispiel der Umstellung auf Sommerzeit: Auch wenn der einzelne Arbeitsschritt nicht viel Zeit kostet, so ist es doch nervig und letztendlich macht es die Masse aus.

Ein weiterer Vorteil ergibt sich beim Einrichten neuer Blogs, da diverse Einstellungen bereits vorgegeben werden können, Erweiterungen installiert und Themes vorhanden sind. Also nicht erst wieder das große Erweiterungsinstallieren und Themesuchen. Das Nötige ist bereits vorhanden und kann auch für einzelne Blogs (de-)aktiviert werden. Nur das Nachinstallieren eventuell fehlender Erweitertungen/Themes muss noch erledigt werden.

Auch der Aufwand für die manuelle Datensicherung reduziert sich drastisch, es reicht die eine Datenbank und die eine Ordnerstruktur zu sichern und der Aufwand muss nicht für jedes Blog einzeln wiederholt werden.

Nachteile von WPMU

Es könnte ja so einfach sein und der Einsatz von WPMU wäre immer empfehlenswert, für den Fall der Fälle… So leicht ist es aber nicht. WordPress MU basiert zu 99% auf WordPress. Das eine Prozent macht aber schon einen größeren Unterschied:

  • Neue Versionen für WPMU sind immer erst deutlich nach einer neuen WordPress-Version erhältlich. So erschien WordPress 2.7 bereits am 11. Dezember 2008, die Version 2.7 von WordPress MU aber erst am 29. Januar 2009. Aktuell ist auch noch keine MU-Version 2.7.1 erhältlich, wohingegen es die Version für die normale WP-Installation seit längerem gibt.
  • Nicht alle Plugins funktionieren mit WPMU problemlos. Einige funktionieren gar nicht, andere (wie z.B. auch die von mir eingesetzte Fancy Box, nach Empfehlung von Caschy) funktionieren zwar im Blog, machen aber Probleme im Admin-Bereich.
  • Der anfängliche Aufwand, sich in die Funktionsweise von WPMU einzuarbeiten, ist im Gegensatz zum normalen System höher. Für mich stellt das zwar kein großes Problem dar, aber für den ein oder anderen dürfte dies eventuell schon zu viel des Guten sein.
  • Sämtliche beschriebene Vorteile, können sich auch schnell nachteilig auswirken: Crasht die WPMU-Installation einmal, ist das Backup unbrauchbar oder eine Erweiterung blockiert das ganze System, so sind ggf. alle dort laufenden Blogs in Mitleidenschaft gezogen.

Fazit und Ausblick

Einige Aspekte habe ich noch nicht erwähnt. Hat man z.B. ein gut besuchtes Blog aufgebaut, muss man sich über kurz oder lang Gedanken über die Performance des Systems machen. Bei WPMU-Installationen kann dies aber schneller der Fall sein, als einem vielleicht lieb ist. Trotzdem ist dies für mich kein generischer Nachteil einer WPMU-Installation. Zudem funktioniert das automatische „Pingbacken“ scheinbar seit MU-Version 2.6.2 nicht mehr, man muss manuell die Trackback-URLs eingeben – ein Fehler der sicherlich hoffentlich in MU-Version 2.8.x behoben wird.

WordPress MU eignet sich besonders dann, wenn man schon im Vorfeld weiß, dass man mehrere Blogs betreiben will – egal ob man vorhat dies selbst zu tun, oder einzelnen Kunden anzubieten. Der Aufwand für den Grundbetrieb, Updates und die Datensicherung kann man so reduzieren. Eine gewisse Erfahrung im Umgang mit WordPress und eventuelle PHP-Grundkenntnisse sollten vorhanden sein, auch um einige Erweiterungen auf MU-Tauglichkeit umzuarbeiten, sollten aber vorhanden sein. Wer also schon arge Probleme beim Einsatz einer normalen WP-Installation hat, sollte sich den Umstieg/Einstieg auf WPMU gut überlegen.

Einige der angesprochenen Funktionen und Vorteile von WPMU basieren auf dem Einsatz spezieller MU-Erweiterungen. Die hier einzeln vorzustellen hätte den Rahmen gesprengt, ich werde diese aber in kommenden Beiträgen näher vorstellen.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo,

    interessantes Thema. Nun ich Plane WPMU einzusetzen, um ein wie hier schon erwähnt „Blognetzerk“ zu erschaffen. Nun du hast geschrieben :

    Wer die Registrierung freigibt, kann sogar ein eigenes Blognetzwerk schaffen.

    Was meinst damit ? gibt es ein empfohlenes Buch zum thema ?

    lg tony

    Antworten

    • Moin Tobi.
      Man kann in WordPress MU einstellen, ob sich Besucher einen eigenen Blog anlegen können. Dann erscheint eine Maske und sie können einen eigenen Blog unter EIGENESUBDOMAIN.blogdomain.tld registrieren. So funktioniert auch wordpress.com. Der Artikel bezieht sich jetzt natürlich eher darauf, falls jemand zwei oder drei Blogs unter verschiedenen Domains betreibt und weniger auf den Aufbau einer Blog-Plattform.

      Antworten

  2. Pingback: hype.yeebase.com

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